Flüchtlings-Sozialarbeit in Reinfeld und Nordstormarn

Unser Magazintitel „REINFUGEES“ ist ein zusammengesetztes Kunstwort:

REINFelder refUGEES

Die Flüchtlings-Sozialarbeit Reinfeld – Nordstormarn der Diakonie und ein internationales Redaktionsteam aus Reinfelder Asylbewerbern informieren hier im Online-Magazin REINFUGEES über aktuelle Aspekte zum Thema Flüchtlingshilfe und Asyl. Für Flüchtlinge, Integrationshelfer und die interessierte Öffentlichkeit stellen wir außerdem wertvolle Tipps und Hinweise zur Verfügung.

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Erfolgreiche Kurzfilmpremiere

Reinfugees-Filmprojekt – Preview vom 17.9.2016

Geflüchtete  aus Bad Oldesloe, Reinfeld und Umgebung zeigten am Samstag, den 17. September, erstmalig den Kurzfilm „Silence Dolls“  zum Thema Flucht und Asyl, den sie im Rahmen des Reinfugees-Filmprojektes der Diakonie Flüchtlings-Sozialarbeit gedreht haben. Die Teilnehmenden waren Filmschaffende aus Afghanistan, Iran, Irak, Syrien und Deutschland. Die Vorbereitung und Arbeiten fanden multilingual statt.

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Die Film-Crew hatte sich im Rahmen der Flüchtlings-Sozialarbeit kennengelernt und die professionellen Hintergründe, die teilweise auch zu den Fluchtursachen zählten, waren schnell Thema für einen kollegialen Austausch unter den Filmemacher_innen, Kameraleuten, Darsteller_innen und Editor_innen.

Mit Hilfe des Kreisjugendrings konnte das Konzept des geplanten Films realisiert werden. Ein trauriger Umstand betrübte das Film-Team sehr. Thomas Gericke vom Kreisjugendring, der die Crew mit Rat und Tat und technischem Support intensiv unterstützt hat, ist verstorben. Ladan Ghamar: „Wir sind dankbar, dass er für uns da war und unser Beileid gilt seiner Familie. Sein Tod ist ein großer Verlust für uns alle.“

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Im Anschluss an den 20minütigen Film fand ein Austausch zwischen den Filmschaffenden, Geflüchteten und Einheimischen statt. Der Nachmittag zeigte einmal mehr, wie wichtig es ist, gemeinsam miteinander statt übereinander zu sprechen, wenn es um die Situation von geflüchteten Menschen, Integrationsschritte und durch Migration ausgelöste Veränderungen in der Mehrheitsgesellschaft geht. Eine Wiederholung der Veranstaltung ist geplant.

Politischer Kirchentag

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Die Reinfugees-Redaktion hat heute am Politischen Kirchentag des Kirchenkreises Plön-Segeberg in Preetz teilgenommen. In Verschiedenen Workshops wurden Aspekte zum Thema „Flucht – Bewegung“ erarbeitet.

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Während Udo und Klaus-Rainer sich mit dem Thema „Christliche Kirchen der EU und die Situation der Flüchtlinge“ (*) beschäftigten, haben Hamid und Omran mit Journalisten über das Thema „Integration – Wie siehst du es?“ diskutiert.

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(*) Die christlichen Kirchen in Deutschland haben eindeutig zur Situation der Flüchtlinge Stellung genommen. Das trifft nicht nur für die beiden großen Konfessionen zu, sondern ebenso für Freikirchen und die orthodoxe Kirche.

Was sagen aber die christlichen Kirchen der anderen 27 EU-Staaten zur Situation der Flüchtlinge? Ist für sie das Gebot der Nächstenliebe auch dann noch verpflichtend, wenn die Regierungen ihres Landes eine andere politische Linie verfolgen?Werden sie von ihren Regierungen und von der Bevölkerung gehört, oder schweigen sie und lassen damit die Kirchengemeinden und ihre Mitglieder in der Ausübung von Humanität allein?

Wie sollten sich Kirchengemeinden und einzelne Kirchenmitglieder verhalten, wenn sie von ihren Regierungen und von ihren Kirchenleitungen alleingelassen werden? Welche Möglichkeiten hat die EKD, auf die christlichen Kirchen anderer EU-Staaten einzuwirken? Das herauszufinden, ist die Absicht dieses Workshops.

Angst ist keine Lösung

Ein Statement unseres Freundes Albrecht Werner von der Bürgerinitiative “Reinfelder Bürger für Menschen im Asyl“:

Hallo, Ihr alle!

Inzwischen habt Ihr wohl alle über die diversen Medien erfahren, was los war. Der große Polizei-Einsatz Dienstagnacht galt einem Flüchtling, der sich hier Yasir nannte. Ich bin gegen acht Uhr informiert worden von jemandem, der den Polizeieinsatz beim Vorbeifahren wahrgenommen hatte (war ja auch nicht zu übersehen). Ich bin sofort hingefahren und habe mit der Einsatzleitung und später auch mit Bewohnern gesprochen.

Bewohner teilten mir mit, die Polizei habe sich korrekt verhalten, auch wenn alles natürlich mit extremem Schrecken und sicher z.T. auch mit Erinnerungen an schreckliche Ereignisse im Heimatland oder auf der Flucht verbunden war. Die Einsatzleitung berichtete, die Bewohner hätten kooperiert. Und der Polizei-Einsatz gegen „IS“ und für die Sicherheit in Deutschland wurde z.T. sogar begrüßt.

Dass unter „unseren“ Flüchtlingen vermutlich ein „IS“- Sympathisant war, bedrückt sicher uns alle, Flüchtlinge, Helfer und Bevölkerung. Wer mit ihm Kontakt hatte, hat ihn wie ich als einen freundlichen, intelligenten jungen Mann wahrnehmen können. Er hatte zügig Deutsch gelernt. Niemand hat vermutet, dass er möglicherweise dem „IS“ nahesteht.

So hat also auch uns in Reinfeld die „große Politik“ bzw. Weltgeschichte erreicht!

Wichtig ist mir:
Der Einsatz hatte nichts mit Reinfeld direkt zu tun. Der Einsatz hatte nichts mit all den vielen anderen Geflüchteten in Reinfeld und Umgebung zu tun. Die Wachsamkeit der deutschen Polizei wurde begrüßt, sie dient der Sicherheit aller.
Dass unter den vielen hnderttausend Flüchtlingen auch solche sind, die keine guten Absichten haben, ist doch auch zu erwarten gewesen.

Es gibt es aber keinen Anlass daran zu zweifeln, dass unser Weg hier in Reinfeld und Umgebung der richtige ist: Wir sehen die einzelnen Menschen in ihrer Not, heißen sie willkommen und bemühen uns nach Kräften, das Zurechtfinden in einer fremden Welt zu erleichtern. Wir erwarten aber auch umgekehrt die Bereitschaft, sich aktiv für das Zurechtfinden zu engagieren.

Natürlich sind insbesondere die anderen Bewohner des betroffenen Hauses verunsichert. Auch das riesige Medienaufgebot den ganzen Tag über war anstrengend und fast ein bisschen bedrohlich. Es gab wohl auch Fahrzeuge, die vorbeifuhren, aus deren offenen Fenstern Beschimpfungen gebrüllt wurden.

Lasst uns alle jetzt besonders unsere Solidarität mit den hier Gestrandeten zeigen. Sagt und zeigt ihnen, dass Ihr zu ihnen steht und sie nicht mit möglicherweise Kriminellen in einen Topf werft.

Aber auch in der Bevölkerung gibt es Unruhe und neue Verunsicherung. Helft auch den Ängstlichen in der Reinfelder Bevölkerung, der Angst Konkretes gegenüberzustellen, am Besten durch direkten Kontakt mit Einzelnen der Geflüchteten, z.B. im Café der Kulturen.

Ich hoffe sehr, dass die Medien-Hysterie in einigen Tagen vorüber ist und dass wir alle wieder zum gewohnen freundlichen, entspannten Umgang miteinander zurückfinden werden.

Mit guten Wünschen für uns alle,

Albrecht Werner

Dem können wir uns uneingeschränkt anschließen. Danke Albrecht!

Hinweisen möchten wir noch auf den Sprachgebrauch in den Medien. Es wird hierzulande stets von IS oder ISIS gesprochen. Passender wäre aber die Bezeichnung, die von den Flüchtlingen benutzt wird: Daesh.

Hintergrundinformationen hierzu finden Sie in unserem Artikel:
DAESH und nicht IS

Interkulturelle Woche

Samstag, 17. September 2016
16:00 Uhr

Büro der Diakonie Flüchtlings-Sozialarbeit
Hagenstr. 31 in Bad Oldesloe

REINFUGEES-FILMPROJEKT

Flüchtlinge aus der Stadt Bad Oldesloe, dem Amt Oldesloe-Land, der Stadt Reinfeld und dem Amt Nordstormarn zeigen einen Kurzfilm zum Thema Flucht und Asyl, den sie im Rahmen des Reinfugees-Filmprojektes der Diakonie Flüchtlings-Sozialarbeit gedreht haben. Die Teilnehmer sind Filmschaffende aus Afghanistan, Iran, Irak, Kurdistan, Syrien und Deutschland.

Die Vorbereitungen fanden multilingual statt. Hat ein arabisch sprechender Teilnehmer eine Idee gehabt, wurde sie von seinem Kollegen ins Kurdische und von dessen Kollegen ins Persische übersetzt. Die auf Englisch erfolgte Antwort wiederum ins Deutsche.

Die Filmschaffenden haben sich im Rahmen der Flüchtlings-Sozialarbeit kennengelernt und die professionellen Hintergründe, die teilweise auch zu den Fluchtursachen zählten, waren schnell Thema für einen kollegialen Austausch unter Filmemachern, Kameraleuten, Darstellern und Editoren. Nachdem ein Teil des Teams aus Fortbildungsgründen nicht mehr dabei sein konnte, hat die Gruppe mit Hilfe des Kreisjugendrings das Konzept des geplanten Filmes geändert und realisieren können. Das Ergebnis sehen Sie hier und heute.

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Flyer Interkulturelle Woche 2016 in Bad Oldesloe

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Ein trauriger Umstand betrübt das Film-Team sehr. Thomas Gericke vom KJR, der die Crew mit Rat & Tat und technischem Support intensiv unterstützt hat, ist verstorben. Wir sind dankbar, dass er für uns da war und unser Beileid gilt seiner Familie. Sein Tod ist ein großer Verlust für uns alle.

Bericht im Stormarner Tageblatt

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